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Bilder von Ilse Biberti und Henning Scherf
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Sommer 2015 - Da bin ich wieder!
Lange Zeit lag diese Webseite brach. Der Grund: Mein Leben verlief ganz anders, als ich es nach der Veröffentlichung von »Das Alter kommt auf meine Weise« im Mai 2009 gedacht und geplant hatte.

Zunächst stürmte das Buch von Henning Scherf und mir die Bestseller-Liste des SPIEGEL.
Das hat besonders meine Mutter gefreut. Sie war stolz auf »unsere« Talkshow-Auftritte. Stolz darauf, dass »unser« Thema andere Leute zu Diskussionen und zum Denken für eine eigene Vorsorge anregte. Eine Lesereise mit Henning Scherf war geplant. Doch dann konnte ich nur sehr punktuell daran teilnehmen. Es war mir wichtiger, meine Mutter die Sicherheit zu geben, dass ich sie begleiten würde bis zu ihrer letzten Abreise. Und so blieb ich an ihrer Seite.

Sterben hat viele verschiedene Verläufe. Meine Mutter verließ nach ein paar Probeanläufen in ihrem Rhythmus, mit einem tiefen Einverständnis und im Glauben und in Liebe in meinen Armen diese Welt Ende 2010.

Danach war für mich nichts mehr wie es war. Ich erstarrte. War es Trauer? Oder Erschöpfung nach der gemeinsamen Zeit mit meinen Eltern von fast sechs Jahren? Erstarrung? Burnout? Sicherlich war es auch eine Orientierungslosigkeit, die in mir die Fragen nach dem Sinn des Lebens in den Vordergrund brachte: Was war jetzt wichtig? Was sollte ich jetzt tun? Zurück in mein Leben von davor? Doch jetzt war ich nicht mehr 47 Jahre alt und auf dem Karussell der Medienbranche. Nun war ich sechs Jahre älter. Mit Anfang 50 reagiert die Gesellschaft ganz anders auf einen. Besonders wenn es einen »Knick« in der Biographie gab. Ein Wiedereinstieg ist da nicht wirklich vorgesehen. Aus den Augen aus dem Sinn. Und ganz entgegen den Realitäten des demographischen Wandels erlaubt sich unsere Gesellschaft - Industrie - Politik, noch auf vermeidlich ältere Mitarbeiter frühzeitig zu verzichten. Und mir scheint, hier diskriminieren sich Gleichaltrige!

Ich habe vier Jahre für meine Transformation gebraucht. Ich habe mich anfänglich dagegen gewehrt, mich auszuruhen. Das kannte ich auch gar nicht aus meinem Leben, das bis dahin ja immer schneller, weiter und mehr gewohnt war. Meine Psyche, Seele und mein Körper waren weiser. Ich habe mich erforscht, mich Exerzitien unterworfen, innere Höllen und Sackgassen überwunden, meinen Körper ernst genommen und gestärkt. Bin durch eine Orientierungslosigkeit getaumelt, gewütet und gehüpft, gesungen und wieder gestrandet, bis ich meine neue Form gefunden hatte.

Nun bin ich 57 Jahre und angekommen im neuen JETZT und in der Tat darf MEIN Alter nun auf meine Weise geliebt und gelebt werden. »Es ist wie es ist«, hat mir einmal ein weiser schwäbischer Freund gesagt und genau das hat mir seine Heiligkeit Dolpo Tulku Rinposche, den ich zufällig nach der »Münchner Runde«, einer Talkshow im BR, Ende letztes Jahres traf in seiner buddhistischen Weisheit so erklärt. Ich gebe es mit meinen Worten wieder: »Jetzt ist jetzt. Es gibt kein Alter.«

In meinem Jetzt bedeutet das: Ich stehe zu MIR: zu der Vielfalt meiner Gefühle, zu meinen Talenten, zu meinem Können, zu meinem Bewusstsein, was ich alles noch nicht kann oder auch nie können werde, zu meinen Träumen und Ängsten, zu meinen Beschränktheiten und Sehnsüchten und sogar zu meiner natürlichen Haarfarbe? Ich fluche über schlaffer werdende Konturen und flirte und lache und freue mich auf das erfolgreiche Ende meiner jetzigen Rehabilitationsphase: Ich habe meinem Körper helfen lassen, wieder voll mobil zu werden. Die Krücken habe ich längst weggeschmissen.

Aktuell schreibe ich an zwei neuen Büchern, arbeite an einem Dokumentarfilm und trete zu den Themen: Vorsorge, Pflege, Wohnen im Alter, Alzheimer etc. auf.

Ich melde mich bald wieder ...
Ilse Biberti

P.S.: Aktuelles gibt auch auf Facebook.
"Coverbild von ""Das Alter kommt auf meine Weise"""
"Link zu Ilse Bibertis Homepage von ""Hilfe, meine Eltern sind alt"""
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